Nebeltechnik
Die Nebeltechnik ist ein Verfahren der Applikation von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, bei dem die flüssige Substanz durch eine Düse mit hohem Druck (in der Regel über 10 bar) in feinste Tröpfchen mit einem Durchmesser von unter 100 Mikrometern zerstäubt wird. Dies erzeugt einen künstlichen Nebel oder Dunst, der sich passiv durch Luftbewegung im Bestand verteilt. Die Technik wird vorrangig in Sonderkulturen wie Weinbau, Hopfen oder Obstplantagen eingesetzt, wo eine gleichmäßige Benetzung der Blattunterseiten erforderlich ist. Im Gegensatz zur Sprühtechnik mit größeren Tropfen ist die Abdriftgefahr bei Nebeltechnik aufgrund der geringen Tropfengröße signifikant erhöht. In Deutschland und Österreich unterliegt die Anwendung daher strengen Auflagen der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung. Seit der Novelle 2024 ist der Einsatz von Nebelgeräten mit einer Abdriftminderungsklasse von weniger als 90 Prozent in Wasserschutzgebieten untersagt. Die Technik erfordert eine präzise Kalibrierung der Düsen und eine kontinuierliche Überwachung der Witterungsparameter, insbesondere der Windgeschwindigkeit, um eine unkontrollierte Verfrachtung der Wirkstoffe zu vermeiden.

