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Verdunstungskälte

Die Verdunstungskälte bezeichnet in der Agrarwissenschaft den physikalischen Effekt, dass bei der Phasenumwandlung von flüssigem Wasser zu Wasserdampf die für diesen Prozess erforderliche Verdampfungsenthalpie (ca. 2.450 kJ/kg bei 20 °C) der Umgebung, insbesondere dem Pflanzengewebe oder dem Boden, entzogen wird. Dieser Wärmeentzug führt zu einer messbaren Temperaturabsenkung an der Verdunstungsoberfläche. In der landwirtschaftlichen Praxis ist die Verdunstungskälte ein zentraler Faktor der pflanzlichen Transpiration und der Evaporation von Bodenwasser. Sie trägt maßgeblich zur Abkühlung der Pflanzenbestände bei, reduziert Hitzestress und beeinflusst das Mikroklima im Bestand. Die Höhe der Kühlleistung ist abhängig von der Lufttemperatur, der relativen Luftfeuchte, der Windgeschwindigkeit sowie der Wasserverfügbarkeit im Boden. Im Jahr 2026 wird die Nutzung der Verdunstungskälte im Rahmen des präzisen Bewässerungsmanagements und der Beregnungssteuerung in Österreich und Deutschland als relevanter Faktor zur Ertragssicherung unter zunehmenden Hitzebelastungen betrachtet. Eine unzureichende Wasserversorgung kann die Verdunstungskühlung einschränken, was zu einer Überhitzung der Pflanzen und einer Reduktion der Photosyntheseleistung führt.