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Wintergerste Aussaat 2026

Wintergerste Aussaat 2026: Saatzeit, Saatstärke und Sortenwahl

Die Wintergerste Aussaat entscheidet über Bestandesdichte, Winterfestigkeit und Ertragspotenzial des kommenden Jahres. Wintergerste reagiert empfindlicher als Weizen oder Roggen auf ein schlechtes Saatbett, auf Staunässe und auf Verdichtungen. Saatzeit, Saatstärke und Sorte müssen zusammenpassen, und der Bodenzustand hat Vorrang vor dem Kalenderdatum. Die folgenden Richtwerte stammen von den österreichischen Landwirtschaftskammern und der AGES.

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Saatzeit: Ende September bis Mitte Oktober je nach Lage

Die Landwirtschaftskammern empfehlen für Wintergerste ein Saatfenster von Ende September bis Mitte Oktober. In Gunstlagen haben sich Anbautermine in den ersten beiden Oktoberwochen bewährt; in Randlagen und mit zunehmender Seehöhe kann ein Anbau Ende September angestrebt werden. Grundsätzlich sollte Wintergerste bis Mitte Oktober angebaut sein. Für zweizeilige Sorten nennt die LK Kärnten den 20. Oktober als Deadline.

Eine sehr frühe Saat ist kein Vorteil: Sie verlängert den Zeitraum, in dem Blattläuse das Gelbverzwergungsvirus in den auflaufenden Bestand eintragen können. Nach Angaben der AGES ist der Verzicht auf extreme Frühsaaten der wirksamste Schutz vor Herbstinfektionen; bei milder und trockener Herbstwitterung vermehren sich Blattläuse besonders stark. Ausfallgetreide und Gräser am Feldrand sollten vor dem Auflaufen der Wintergerste beseitigt sein, weil sie als Virusreservoir dienen.

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Eine späte Saat verkürzt die Bestockungszeit. Ziel ist ein Bestand mit drei bis vier kräftigen Trieben je Pflanze und einem ausgeprägten Wurzelsystem vor Vegetationsende. Die LK Kärnten formuliert die Prioritäten klar: Gute Bodenbedingungen zur Saat sind wichtiger als das Datum. Wenn der Boden wassergesättigt ist, ist Warten die bessere Option, denn Verdichtungen aus einer Bestellung im nassen Zustand wirken bis in die Folgekultur nach. Praxistipps dazu enthalten die Ratgeber Herbstaussaat bei Nässe und Bodenbearbeitung bei Nässe. Kann eine Fläche nicht mehr termingerecht bestellt werden, ist Winterweizen die naheliegende Alternative (Saatzeit laut Landwirtschaftskammern bis in den November), sonst eine Sommerung.

Saatbett und Bodenzustand

Wintergerste ist laut LK Oberösterreich sehr empfindlich gegenüber Staunässe, schlechter Durchlüftung des Bodens und Verdichtungen; Sauerstoffmangel in verdichteten Bereichen wie Vorgewenden und Fahrspuren macht sich später als Vergilbung im Bestand bemerkbar. Das Saatbett soll in der obersten Schicht feinkrümelig und darunter rückverfestigt sein, damit das Korn Bodenschluss bekommt. Die Saattiefe liegt bei 2 bis 3 cm.

  • Vor der Bestellung die Bodenfeuchte im Saathorizont prüfen: Lässt sich der Boden zu einer Kugel formen, die beim Zerdrücken schmiert, ist er für Bearbeitung und Saat zu nass.
  • Gerste nicht einschmieren: Nach Starkregen genügt es oft, den Boden einige Tage abtrocknen zu lassen, statt mit erhöhter Intensität ein Saatbett zu erzwingen.
  • Bei grenzwertiger Tragfähigkeit den Reifendruck absenken, Achslasten reduzieren und Überfahrten zusammenfassen, um Bodenverdichtung zu vermeiden.
  • Mulch- oder Direktsaat senken die Zahl der Überfahrten; entscheidend bleibt eine saubere Kornablage mit Bodenschluss.

Sortenwahl: mehrzeilig oder zweizeilig

Mehrzeilige Sorten bringen nach den Sortenversuchen der Landwirtschaftskammern das höhere Ertragspotenzial und benötigen weniger dichte Bestände. Zweizeilige Sorten liefern in der Regel die bessere Kornqualität (höheres Tausendkorn- und Hektolitergewicht, bessere Sortierung) bei etwas niedrigerem Ertragspotenzial; die Standfestigkeit ist in beiden Gruppen sortenabhängig und in der Beschreibenden Sortenliste sowie den Sortenempfehlungen der Kammern ausgewiesen. Weil zweizeilige Gerste ihren Ertrag stärker über die Bestandesdichte bildet, braucht sie ausreichend Zeit zum Bestocken; für späte Termine sind mehrzeilige Sorten oder Hybridgerste daher die sicherere Wahl.

Wintergerste ist frostempfindlich und kann nach Angaben der LK bei −12 bis −15 °C abfrieren. Die Einstufung der Winterhärte in der Österreichischen Beschreibenden Sortenliste der AGES sollte auf Standorten mit Kahlfrostgefahr in die Sortenwahl einfließen. Dort sind auch Sorten mit Resistenz gegen das Gelbverzwergungsvirus ausgewiesen; sie sind vor allem dort sinnvoll, wo der Saattermin aus arbeitswirtschaftlichen Gründen früh liegt.

Saatstärke nach Saatzeit

Die Saatstärke wird in keimfähigen Körnern je Quadratmeter geplant und über Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit in kg/ha umgerechnet; die Tabelle am Saatgutsack erspart das Rechnen. Richtwerte der LK Kärnten:

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  • Zweizeilig: bis 30. September 270–300 Körner/m², 1. bis 15. Oktober 300–350 Körner/m²; für spätere Termine empfiehlt die LK Kärnten den Wechsel auf mehrzeilige oder Hybridsorten.
  • Mehrzeilig: bis 30. September 250–270 Körner/m², 1. bis 15. Oktober 270–320 Körner/m², ab Mitte Oktober 320–350 Körner/m².
  • Obergrenze: Bei sehr späten Terminen nennt die LK Kärnten ein Maximum von rund 450 Körnern/m² (etwa 220–250 kg/ha); bei grobem oder ungleichmäßigem Saatbett ist ein Zuschlag von bis zu 50 Körnern/m² vertretbar.

Herbstdüngung

Die Hauptstickstoffgabe zu Wintergerste erfolgt im Frühjahr. Im Herbst hält die LK Kärnten eine Startgabe von 20 bis 30 kg N ab Lager je Hektar (zum Beispiel als verdünnte Gülle) für sinnvoll; Ziel sind ein gut entwickelter Haupttrieb und zwei bis drei Seitentriebe vor Winter. Auf wassergesättigten Böden wird nicht gedüngt. Welche Fristen und Höchstmengen für die Herbstdüngung gelten, erklärt der Ratgeber Gülleausbringung im Herbst: Sperrfristen.

Die Grunddüngung mit Phosphor und Kalium richtet sich nach der Bodenuntersuchung. Bei feuchter Witterung nach der Saat sind die Bestände außerdem auf Schneckenfraß zu kontrollieren, damit Lücken früh erkannt und gegebenenfalls behandelt werden können.

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Häufige Fragen (FAQ)

  • Wann ist der beste Saattermin für Wintergerste? Die Landwirtschaftskammern empfehlen Ende September bis Mitte Oktober; in Gunstlagen die ersten beiden Oktoberwochen, in Randlagen und höheren Lagen Ende September. Für zweizeilige Sorten nennt die LK Kärnten den 20. Oktober als Deadline.
  • Wie viele Körner pro Quadratmeter säe ich? Zweizeilig bis 30. September 270–300, vom 1. bis 15. Oktober 300–350 Körner/m²; mehrzeilig 250–270, 270–320 und ab Mitte Oktober 320–350 Körner/m². Bei sehr späten Terminen nennt die LK Kärnten ein Maximum von rund 450 Körnern/m².
  • Zweizeilige oder mehrzeilige Wintergerste? Mehrzeilige Sorten bringen das höhere Ertragspotenzial und brauchen weniger dichte Bestände, deshalb sind sie für späte Termine die sicherere Wahl. Zweizeilige Sorten liefern meist die bessere Kornqualität.

Beitragsbild: Symbolfoto (Pixabay- bzw. Unsplash-Lizenz, freie kommerzielle Nutzung). Fachliche Angaben nach Empfehlungen der Landwirtschaftskammern, der AGES und der Nitrat-Aktionsprogramm-Verordnung (Stand: September 2026), ohne Gewähr – verbindliche Auskunft gibt die zuständige Landwirtschaftskammer.

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