Wiederauftrieb
Der Wiederauftrieb bezeichnet in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung, insbesondere in der Rinder- und Schafhaltung, das erneute Verbringen von Weidevieh auf eine Weidefläche nach einer Phase der Weideruhe oder nach einer Zwischennutzung. Dieser Vorgang ist ein zentraler Bestandteil des Umtriebsweidemanagements und dient der Steuerung des Futterangebots sowie der Regeneration der Grasnarbe. Der Zeitpunkt des Wiederauftriebs wird maßgeblich durch den Bestandeszuwachs der Futterpflanzen, die Witterungsbedingungen und die angestrebte Besatzdichte bestimmt. Aus pflanzenbaulicher Sicht erfolgt der Wiederauftrieb in der Regel, sobald die Pflanze eine ausreichende Wuchshöhe von etwa 8 bis 15 Zentimetern erreicht hat, um eine Überweidung und Schädigung der Grasnarbe zu vermeiden. In der Grünlandbewirtschaftung ist der Wiederauftrieb streng an die Vorgaben der guten fachlichen Praxis sowie an die Bestimmungen der Düngeverordnung (DüV) und des ÖPUL-Programms (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) gebunden. Dabei sind insbesondere die Einhaltung von Sperrfristen für die Düngung und die Vermeidung von Nährstoffausträgen durch Bodenverdichtung zu gewährleisten. Der Wiederauftrieb ist somit ein planmäßiger, betriebswirtschaftlich und ökologisch relevanter Arbeitsschritt, der die Futterqualität und die Tiergesundheit unmittelbar beeinflusst.
