Wasserstress
Wasserstress bezeichnet in der Landwirtschaft einen Zustand, bei dem die pflanzliche Wasserversorgung aufgrund eines Defizits zwischen Wasseraufnahme und Transpirationsverlusten beeinträchtigt ist. Dies tritt auf, wenn die Bodenwasserverfügbarkeit unter den kritischen Grenzwert fällt, der für die Aufrechterhaltung des Zelltturgors und physiologischer Prozesse wie Photosynthese und Nährstofftransport erforderlich ist. Ursachen sind unzureichende Niederschläge, hohe Evapotranspirationsraten oder eingeschränkte Wurzelwasseraufnahme durch Bodenverdichtung oder Salinität. In Österreich und Deutschland wird Wasserstress zunehmend durch veränderte Niederschlagsverteilungen im Zuge des Klimawandels relevant, insbesondere in den sommerlichen Hauptvegetationsperioden. Die rechtliche Einordnung erfolgt im Kontext des Wasserrechtsgesetzes (WRG 1959) sowie der Düngeverordnung (DüV), da Trockenstress die Stickstoffauswaschung nach Wiederbefeuchtung begünstigen kann. Betriebliche Maßnahmen umfassen Beregnung, konservierende Bodenbearbeitung zur Steigerung der nutzbaren Feldkapazität sowie den Anbau trockentoleranter Sorten. Die Bewertung des Wasserstresses erfolgt mittels Bodenfeuchtesensoren, pflanzenphysiologischer Indikatoren wie dem Blattwasserpotential oder über den Beregnungsbedarf nach der ÖNORM L 1111.

