Stallarbeit
Die Stallarbeit bezeichnet im engeren Sinne die Gesamtheit der manuellen und maschinellen Tätigkeiten, die unmittelbar im Funktionsbereich der Tierhaltung anfallen. Dazu zählen insbesondere das Füttern, die Versorgung mit Wasser, das Einstreuen, die Entmistung sowie die Reinigung von Fress- und Liegeflächen. Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch die Pflege und Kontrolle der Tiere, die Überwachung von Lüftungs- und Heizungsanlagen sowie die Dokumentation tierbezogener Daten im Rahmen des betrieblichen Herdenmanagements.
Im Kontext der österreichischen und deutschen Agrarförderung (z. B. ÖPUL) sowie der Düngeverordnung ist die Stallarbeit eng mit der ordnungsgemäßen Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern verbunden. Die Arbeitsorganisation unterliegt zudem den Vorgaben des Arbeitnehmerschutzes, insbesondere hinsichtlich Staubbelastung, Lärm und Heben schwerer Lasten. In der modernen Landwirtschaft wird die Stallarbeit zunehmend durch Automatisierung (Melkroboter, Fütterungsanlagen) unterstützt, wobei die arbeitswirtschaftliche Bewertung dieser Tätigkeiten als Grundlage für Betriebsplanung und Arbeitszeitbedarfsberechnung dient.

