Landwirtschaftsschule
Die Landwirtschaftsschule ist eine berufsbildende Schule im Agrarbereich, die in Deutschland und Österreich der Vermittlung theoretischer und praktischer Kenntnisse der landwirtschaftlichen Produktion, Betriebswirtschaft und des ländlichen Raums dient. Sie ist in das duale System der Berufsausbildung eingebunden und wird in Deutschland überwiegend von den Bundesländern getragen. In Österreich ist sie als land- und forstwirtschaftliche Berufs- und Fachschule organisiert. Die Ausbildung umfasst in der Regel zwei bis drei Jahre und schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die zur Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs befähigt. Die Lehrpläne orientieren sich an den aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie der Düngeverordnung, dem Pflanzenschutzgesetz und den Vorgaben des GAP-Konditionalitäten-Systems. Die Inhalte sind auf die Erfordernisse einer nachhaltigen, marktorientierten und ressourcenschonenden Bewirtschaftung ausgerichtet. Ein Abschluss kann als Voraussetzung für die Übernahme eines Hofes oder für weiterführende Qualifikationen, etwa die Meisterprüfung, gelten. Die Schulen kooperieren mit landwirtschaftlichen Betrieben und Beratungseinrichtungen, ohne dass eine Interessenvertretung Einfluss auf die Lehrinhalte nimmt.
Die Finanzierung erfolgt über öffentliche Haushalte; Schulgeld wird in der Regel nicht erhoben. Die Zugangsvoraussetzungen sind ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand. Die Abschlussbezeichnung variiert je nach Bundesland, etwa als „Staatlich geprüfter Wirtschafter für Landbau“. Die Schulen unterliegen der Schulaufsicht und sind an die jeweiligen Landesgesetze gebunden.

