regionale Wirtschaftskreisläufe
Der Begriff regionale Wirtschaftskreisläufe bezeichnet in der Agrarökonomie ein System der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, das geografisch auf einen definierten Raum begrenzt ist. Ziel ist die Minimierung von Transportwegen und die Konzentration der Wertschöpfung innerhalb dieser Region. Rechtlich basiert die Definition auf dem Prinzip der Herkunftskennzeichnung, wie es in der EU-Verordnung 1169/2011 (LMIV) sowie in nationalen Regelungen wie dem österreichischen Herkunftskennzeichnungsgesetz (Herkunfts-KG) verankert ist. Die räumliche Abgrenzung ist nicht einheitlich geregelt, orientiert sich jedoch häufig an administrativen Grenzen (Bundesland, Bezirk) oder an geografischen Angaben gemäß der EU-Qualitätsregelungen (g.U., g.g.A.). Aus agrarwissenschaftlicher Sicht wird die Etablierung regionaler Kreisläufe durch die Reduktion von Treibhausgasemissionen entlang der Lieferkette sowie durch die Stabilisierung von Erzeugerpreisen infolge geringerer Abhängigkeit von volatilen Weltmärkten begründet. Die Förderung erfolgt im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU, insbesondere durch Öko-Regelungen und Maßnahmen zur Entwickl ung des ländlichen Raums (ELER). Die Effizienz regionaler Kreisläufe wird durch Kennzahlen wie die regionale Wertschöpfungstiefe und den Selbstversorgungsgrad gemessen.

