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Phytoplasma

Phytoplasma bezeichnet eine Gattung zellwandloser Bakterien aus der Klasse der Mollicutes, die als obligate intrazelluläre Pathogene im Phloem von Pflanzen und im Darm von Vektorinsekten vorkommen. Die Übertragung erfolgt ausschließlich durch saugende Insekten, vorwiegend Zikaden der Familien Cicadellidae und Cixiidae, sowie durch pflanzliches Vermehrungsmaterial. Phytoplasmen induzieren charakteristische Symptome wie Vergilbungen, Kleinblättrigkeit, Hexenbesenwuchs, Sprossstauchungen und Blütenanomalien, die auf Störungen des Phloemtransports und der Hormonregulation zurückzuführen sind. Aufgrund ihrer fehlenden Zellwand sind Phytoplasmen gegen viele Antibiotika resistent und lassen sich in vitro nicht in axenischer Kultur vermehren. In der landwirtschaftlichen Praxis verursachen sie wirtschaftliche Schäden bei Obstkulturen (Apfeltriebsucht, Birnenverfall), Weinreben (Vergilbungskrankheiten, Goldgelbe Vergilbung) sowie bei Kartoffeln (Stolbur) und Tomaten. Die Diagnose erfolgt molekularbiologisch mittels PCR oder Sequenzierung. Bekämpfungsstrategien umfassen den Anbau resistenter Sorten, die Kontrolle der Vektorpopulationen durch Insektizide und Netze sowie die Rodung und Beseitigung infizierter Pflanzen. Ein kurativer Pflanzenschutz mit zugelassenen Wirkstoffen ist bei etablierter Infektion nicht möglich.