Lupine
Die Lupine (Lupinus) ist eine Gattung aus der Familie der Fabaceae (Leguminosen). Im landwirtschaftlichen Kontext werden vorwiegend die Arten Lupinus angustifolius (Blaue oder Schmalblättrige Lupine), Lupinus luteus (Gelbe Lupine) und Lupinus albus (Weiße Lupine) als Körnerleguminosen kultiviert. Der Anbau dient primär der Erzeugung von proteinreichen Samen (30–40 % Rohprotein) für die Tierernährung, insbesondere als heimische Alternative zu importiertem Sojaextraktionsschrot. Aufgrund der Fähigkeit zur symbiotischen Stickstofffixierung mit Rhizobien-Bakterien (Bradyrhizobium lupini) trägt die Lupine zur Stickstoffversorgung der Fruchtfolge bei und verbessert die Humusbilanz. Die Züchtung hat in den letzten Jahrzehnten sogenannte Alkaloidarme oder Süßlupinen hervorgebracht, deren Gehalt an bitteren und toxischen Chinolizidinalkaloiden unter 0,02 % liegt, wodurch eine Verfütterung ohne aufwändige Entbitterung möglich ist. Die Lupine stellt spezifische Anforderungen an den Boden; sie bevorzugt sandige bis lehmige, kalkarme Standorte mit einem pH-Wert unter 6,5. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, die Ernte im Spätsommer. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU für den Zeitraum 2023–2027 sowie der nationalen Umsetzung in Österreich (ÖPUL 2023) und Deutschland wird der Anbau von Lupinen als Eiweißpflanze durch spezifische Agrarumweltmaßnahmen gefördert, um die Fruchtfolge zu diversifizieren und den Einsatz mineralischer Stickstoffdünger zu reduzieren.

