Kohlenstoffspeicher
Der Kohlenstoffspeicher bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext ein Reservoir, in dem Kohlenstoff in organischer oder anorganischer Form über einen längeren Zeitraum gebunden wird. Primär handelt es sich um den im Boden als organische Bodensubstanz (Humus) festgelegten Kohlenstoff, der durch Photosynthese aus der Atmosphäre entzogen und in pflanzlicher Biomasse sowie deren Zersetzungsprodukten akkumuliert wird. Die Speicherkapazität wird maßgeblich durch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung, die Bodenart, das Klima und die Vegetation bestimmt. Faktoren wie reduzierte Bodenbearbeitung, der Anbau von Zwischenfrüchten, die Zufuhr organischer Düngemittel oder die Umwandlung von Ackerland in Dauergrünland erhöhen den Kohlenstoffeintrag und fördern die langfristige Bindung. Die Quantifizierung erfolgt über die Bestimmung des Kohlenstoffgehalts im Oberboden, angegeben in Tonnen Kohlenstoff pro Hektar. Im Rahmen der österreichischen und deutschen Agrarförderung (ÖPUL, GAP) werden Maßnahmen zum Erhalt und Aufbau von Kohlenstoffspeichern als klimarelevante Ökosystemleistung honoriert, wobei die rechtlichen Vorgaben der Düngeverordnung und des Bodenschutzes strikt einzuhalten sind.

