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Grünlandökosysteme

Grünlandökosysteme sind terrestrische Ökosysteme, deren Vegetation von krautigen Pflanzen, insbesondere Gräsern und Kräutern, dominiert wird. Sie umfassen sowohl natürliche oder naturnahe Flächen wie Magerrasen, Feuchtwiesen und alpine Matten als auch anthropogen geschaffenes Wirtschaftsgrünland, das durch Mahd oder Beweidung genutzt wird. Die Definition im landwirtschaftlichen Kontext des Jahres 2026 in Österreich und Deutschland basiert auf dem Dauergrünlandbegriff des EU-Rechts, der Flächen mit einer natürlichen oder durch Ansaat begründeten Gras- oder Krautvegetation von mindestens fünf Jahren Nutzungsdauer umfasst. Aus agrarökologischer Sicht sind Grünlandökosysteme durch eine hohe Biodiversität an Pflanzen- und Tierarten, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf sowie eine ausgeprägte Humusdynamik gekennzeichnet. Rechtlich sind sie nach der Düngeverordnung (DüV) als besonders schützenswerte Flächen eingestuft, auf denen die Stickstoffdüngung begrenzt ist, um Nitratausträge in Grundwasser zu vermeiden. Im Rahmen des Österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) werden Bewirtschaftungsauflagen wie die Verpflichtung zur Erhaltung von Dauergrünland oder die Einhaltung von Schnittzeitpunkten gefördert. Die Funktion dieser Systeme erstreckt sich neben der Futterproduktion auf den Erosionsschutz, die Kohlenstoffbindung und die Bereitstellung von Lebensräumen für die Agrobiodiversität.