Klimaresilienz
Klimaresilienz bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext die Fähigkeit eines Agrarökosystems, eines Betriebs oder einer Kulturpflanze, klimatische Extremereignisse wie Dürre, Hitze, Starkniederschläge oder Spätfröste zu überstehen und sich nach deren Auftreten zu regenerieren, ohne dauerhafte Ertrags- oder Funktionsverluste zu erleiden. Sie umfasst sowohl die Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen akute Schäden als auch die Anpassungsfähigkeit (Adaptivität) an langfristige Klimaveränderungen. In der Pflanzenzüchtung wird Klimaresilienz durch die Selektion toleranter Genotypen mit effizienter Wassernutzung, tieferem Wurzelsystem oder Hitzeschockproteinen gefördert. Auf betrieblicher Ebene wird sie durch Maßnahmen wie konservierende Bodenbearbeitung, Diversifizierung des Fruchtfolgeplans, Anbau resistenter Sorten und den Einsatz von Beregnungsanlagen gesteigert. Die Bewertung der Klimaresilienz erfolgt anhand von Indikatoren wie der Ertragsstabilität über mehrere Jahre, dem Bodenwassergehalt oder dem Humusgehalt. Rechtlich relevant ist der Begriff im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2023, wo Klimaresilienz als Ziel der Ökoregelungen und der Konditionalität verankert ist, etwa durch die verpflichtende Bereitstellung von Biodiversitätsflächen oder den Erhalt von Dauergrünland.

