Humusaufbau
Der Humusaufbau bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext die gezielte Förderung der Akkumulation organischer Bodensubstanz, vorwiegend in Form von stabilen Humusverbindungen (Dauerhumus). Dieser Prozess resultiert aus der Umwandlung pflanzlicher und organischer Rückstände durch die edaphische Mikro- und Mesofauna sowie Mikroorganismen. Faktoren wie die Zufuhr organischer Substanz (z. B. durch Wirtschaftsdünger, Zwischenfrüchte, Ernterückstände oder Kompost) und eine schonende Bodenbearbeitung beeinflussen die Humusbilanz maßgeblich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich, insbesondere die Düngeverordnung (DüV) sowie die Konditionalitäten der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für den Zeitraum 2023–2027, setzen Anreize zur Erhaltung und Mehrung des Humusgehalts, etwa durch den GLÖZ-Standard 6. Ein positiver Humusaufbau verbessert physikalische Bodeneigenschaften wie die Wasserhaltefähigkeit und die Aggregatstabilität, erhöht die Kationenaustauschkapazität und fungiert als Kohlenstoffsenke. Die Quantifizierung erfolgt über Humusbilanzen oder langfristige Kohlenstoffgehaltsmessungen im Oberboden. Ein dauerhafter Humusaufbau ist nur bei einer positiven Humusbilanz möglich, die das Verhältnis von Humusbildung zu Humusabbau beschreibt.

