Haltungsstandards
Haltungsstandards bezeichnen die Gesamtheit verbindlicher Anforderungen an die Unterbringung, Pflege und Versorgung landwirtschaftlicher Nutztiere. Sie umfassen Vorgaben zu Mindestflächen je Tier, Einstreu, Beschäftigungsmaterial, Klimaführung, Beleuchtung, Lärmpegel, Zugang zu Auslauf oder Weide sowie zu Fütterung und Tränke. Rechtsverbindliche Mindeststandards ergeben sich in Deutschland aus dem Tierschutzgesetz, der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und den zugehörigen EU-Richtlinien, in Österreich aus dem Tierschutzgesetz (TSchG) sowie der 1. Tierhaltungsverordnung. Ergänzend existieren private und marktbezogene Programme mit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehenden Kriterien, etwa Kriterien der Haltungsform-Kennzeichnung, des AMA-Gütesiegels oder von Bioverbänden nach der EU-Öko-Verordnung (EU) 2018/848.
Haltungsstandards sind tierart-, alters- und nutzungsrichtungsabhängig differenziert und werden durch behördliche Kontrollen, Dokumentationspflichten und Sanktionsmechanismen durchgesetzt. Sie dienen der Sicherung von Tiergesundheit, Tierwohl und Verbraucherschutz und bilden die Grundlage für die Kennzeichnung von Haltungsverfahren. Die Einhaltung wird durch amtliche Überwachung sowie durch Zertifizierungsstellen im Rahmen privatrechtlicher Programme überprüft.

