Bitterstoffe
Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, die durch ihre chemische Struktur (z. B. Terpenoide, Alkaloide, Glykoside) einen spezifisch bitteren Geschmack hervorrufen. In der Landwirtschaft und Tierernährung werden sie vor allem als natürliche Futterinhaltsstoffe in Grünlandpflanzen, Kräutern oder Feldfrüchten (z. B. Chicorée, Löwenzahn, Raps) betrachtet. Ihre Konzentration variiert je nach Pflanzenart, Entwicklungsstadium und Standortbedingungen. In der Tierhaltung können Bitterstoffe die Futteraufnahme beeinflussen, da sie bei monogastrischen Tieren wie Schweinen oder Geflügel oft geschmacksaversiv wirken, während Wiederkäuer wie Rinder oder Schafe eine höhere Toleranz aufweisen. In der Pflanzenzüchtung wird der Gehalt an Bitterstoffen gezielt reguliert, um Futterakzeptanz und Tiergesundheit zu optimieren. Für den ökologischen Landbau sind Bitterstoffe als natürliche Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheitserreger von Bedeutung. Rechtlich unterliegen sie keiner spezifischen Regulierung, jedoch sind Höchstgehalte in Futtermitteln im Rahmen der Futtermittelverordnung (EU) 2026/1234 indirekt über die allgemeine Verkehrsfähigkeit geregelt. In der Humanernährung werden Bitterstoffe als geschmacksgebende Komponenten in Lebensmitteln wie Bier oder Kaffee genutzt.

