Kartoffelkrebs
Der Kartoffelkrebs ist eine durch den obligat biotrophen Schleimpilz Synchytrium endobioticum verursachte Pflanzenkrankheit, die ausschließlich Kartoffeln (Solanum tuberosum) befällt. Der Erreger dringt in die Zellen der Wirtspflanze ein und induziert eine unkontrollierte Zellteilung, was zur Bildung von tumorartigen Wucherungen an Knollen, Ausläufern und Stängelbasis führt. Diese Wucherungen, die als Krebsbeulen bezeichnet werden, können je nach Pathotyp variieren; sie sind anfangs weißlich und verfärben sich später braun bis schwarz. Die Krankheit ist in Deutschland und Österreich gemäß der Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses (Kartoffelkrebsverordnung) eine anzeigepflichtige Quarantänekrankheit. Der Erreger bildet Dauerstadien (Sporen), die über 30 Jahre im Boden überdauern können. Eine direkte chemische Bekämpfung ist nicht möglich. Die Kontrolle erfolgt durch den Anbau resistenter Kartoffelsorten, die in amtlichen Sortenlisten geführt werden, sowie durch strikte phytosanitäre Maßnahmen wie die Einhaltung von Anbaupausen von mindestens 20 Jahren auf befallenen Flächen. Die Pathotypen (z. B. 1, 2, 6, 8) unterscheiden sich in ihrer Virulenz gegenüber den Resistenzgenen der Kartoffelsorten.

