Ardo-Schließung im Marchfeld: Oberösterreichs Gemüsebauern rechnen mit mehr Konkurrenz
Die Ardo-Schließung im niederösterreichischen Marchfeld beschäftigt inzwischen auch die Gemüsebranche in Oberösterreich. Landwirte und Verarbeiter befürchten mehr Importware und sinkende Preise. Branchenvertreter sehen für heimisches Frischgemüse aber auch Chancen.
Marchfeld als Zentrum der Tiefkühlgemüse-Produktion
Derzeit werden rund 80 Prozent des österreichischen Tiefkühlgemüses im Marchfeld produziert. Nach der angekündigten Schließung des Tiefkühlgemüseproduzenten stehen dort laut Branchenangaben rund 500 bäuerliche Betriebe vor einer ungewissen Zukunft.
Sorge vor Verschiebungen im Anbau
Ewald Mayr, Sprecher der oberösterreichischen Gemüsebauern, warnt vor zusätzlichem Druck auf den heimischen Markt. Viele Betriebe im Marchfeld müssten sich nun neu orientieren. Sie könnten dabei verstärkt auf Kulturen setzen, die auch in Oberösterreich angebaut werden. Genannt werden:
- Erbsen
- Soja
- Bohnen
- Blattspinat
Kommt dadurch mehr Ware auf den Markt, könnten die Preise unter Druck geraten. Zugleich wächst die Sorge, dass heimisches Tiefkühlgemüse zunehmend durch Importware ersetzt werden könnte.
Efko: Solidarität, aber kein schneller Ausweg
Beim Eferdinger Gemüseverarbeiter Efko zeigt man sich mit den Betrieben im Marchfeld solidarisch. Geschäftsführer Thomas Krahofer weist jedoch darauf hin, dass der Aufbau einer eigenen Tiefkühlproduktion schwierig sei. Auch für große Verarbeiter lasse sich ein solches Projekt nicht kurzfristig umsetzen.
Gespräche mit Ardo hat es laut Krahofer bisher nicht gegeben. Sollte es gemeinsame Gespräche zur Unterstützung der betroffenen Bauern geben, wolle sich Efko daran beteiligen.
Chancen für heimisches Frischgemüse
Steigt die Nachfrage nach heimischem Frischgemüse, könnten die oberösterreichischen Gemüsebauern davon profitieren.
Kaufentscheidung im Handel bleibt der Prüfstein
Entscheidend wird das Kaufverhalten bei Lebensmitteln sein: ob Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich zu regionaler Ware greifen. Nach dem Aus für Ardo dürfte der Preisdruck durch günstigere Importprodukte weiter zunehmen.
Ursprüngliche Meldung/Quelle: ooe.orf.at
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