Klimanormalperiode
Die Klimanormalperiode bezeichnet einen von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) festgelegten Referenzzeitraum von 30 Jahren, in dem meteorologische Messgrößen wie Lufttemperatur, Niederschlag oder Sonnenscheindauer an einer Messstation oder für eine Region gemittelt werden. Nach derzeitigem Stand dient in Österreich und Deutschland die Periode 1991–2020 als gültige Referenz für klimatologische Normalwerte. Ab dem Jahr 2021 wurde sie von der vorherigen Bezugsperiode 1981–2010 abgelöst; eine erneute Aktualisierung auf 2001–2030 erfolgt erst nach Vorliegen der vollständigen Datenreihe.
In der Agrarwissenschaft und Agrarmeteorologie bildet die Klimanormalperiode die Grundlage für die Berechnung von Vegetationszeiträumen, Trockenheitsindizes, Hitzetagen und phänologischen Eintrittsterminen. Sie ermöglicht den Vergleich aktueller Witterungsverläufe mit langjährigen Mittelwerten und dient als Bezugsgröße für pflanzenbauliche Modellrechnungen, Ertragsprognosen sowie für die Ausweisung von Klima- und Anbaueignungsgebieten. Rechtlich relevant ist sie unter anderem im Rahmen der Düngeverordnung, der Cross-Compliance-Vorgaben und der österreichischen ÖPUL-Maßnahmen, sofern dort klimatische Standortparameter herangezogen werden.

