Header monbile

bäuerliche Lebenswelt

Der Begriff bäuerliche Lebenswelt bezeichnet in der Agrarsoziologie und Agrargeschichte die Gesamtheit der materiellen, sozialen und kulturellen Bedingungen, unter denen landwirtschaftliche Familienbetriebe wirtschaften und leben. Sie umfasst die innerbetriebliche Arbeitsorganisation, die Hofnachfolge, die Verflechtung von Wohn- und Produktionsbereich sowie die Einbindung in dörfliche und regionale Strukturen. Kennzeichnend ist die enge Kopplung von Haushalt und Betrieb, bei der betriebliche Entscheidungen und familiäre Reproduktion wechselseitig aufeinander einwirken.

Anzeige

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unterliegt die bäuerliche Lebenswelt einem tiefgreifenden Wandel. Ursachen sind die Mechanisierung, die zunehmende Erwerbskombination, die Abwanderung aus ländlichen Räumen sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie die Gemeinsame Agrarpolitik der EU, das österreichische Agrarumweltprogramm ÖPUL oder die deutsche Düngeverordnung. Die bäuerliche Lebenswelt ist daher nicht statisch, sondern ein dynamisches Gefüge, das sich an ökonomische, technische und regulatorische Veränderungen anpasst, ohne die historisch gewachsene Verbindung von Familie, Hof und Landschaft vollständig aufzugeben.

Anzeige
Anzeige