Bestandesführung
Die Bestandesführung umfasst alle ackerbaulichen und pflanzenbaulichen Maßnahmen, die während der Vegetationsperiode auf einer Kulturfläche ergriffen werden, um den Entwicklungsverlauf eines Pflanzenbestandes zielgerichtet zu steuern. Sie beginnt nach der Aussaat oder Pflanzung und endet mit der Ernte. Zentrale Steuerungsgrößen sind die Nährstoffversorgung, insbesondere die bedarfsgerechte Stickstoffdüngung nach Düngeverordnung (DüV) bzw. den österreichischen Regelungen des Aktionsprogramms Nitrat, die Bestandesdichte, die Unkraut- und Schädlingsregulation sowie die gezielte Anwendung von Wachstumsreglern und Pflanzenschutzmitteln nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes.
Die Bestandesführung orientiert sich an Standortfaktoren wie Bodenart, Klima und Wasserverfügbarkeit sowie an pflanzenbaulichen Kennwerten wie Bestandesdichte, Blattflächenindex und Nährstoffaufnahmekurven. Sie dient der Ausschöpfung des standortspezifischen Ertragspotenzials unter Einhaltung rechtlicher Vorgaben, etwa der EU-Verordnung 2018/848 für den ökologischen Landbau oder der Cross-Compliance-Verpflichtungen. Eine dokumentierte Bestandesführung ist Voraussetzung für die Rückverfolgbarkeit im Rahmen der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit.

