Ackerkultur
Der Begriff Ackerkultur bezeichnet in der Agrarwissenschaft eine Form der landwirtschaftlichen Bodennutzung, bei der der Boden regelmäßig mechanisch bearbeitet wird, um einjährige oder mehrjährige Nutzpflanzen anzubauen. Im Gegensatz zum Grünland oder zur Dauerkultur wird der Ackerstandort durch Pflügen, Grubbern oder andere Bodenbearbeitungsverfahren periodisch gestört. Zu den typischen Ackerkulturen zählen Getreide, Mais, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln sowie Körnerleguminosen. Rechtlich unterliegt die Ackerkultur in Deutschland der Düngeverordnung (DüV) und in Österreich dem Aktionsprogramm Nitrat (ÖPUL), die Düngung, Fruchtfolge und Bodenschutz regeln. Die Bewirtschaftung erfolgt nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis, die Bodenfruchtbarkeit, Erosionsschutz und Gewässerschutz umfasst.
Im Jahr 2026 wird die Ackerkultur zunehmend durch digitale Technologien wie satellitengestützte Fernerkundung und teilflächenspezifische Bewirtschaftung geprägt. Diese Verfahren dienen der Optimierung von Düngung und Pflanzenschutz. Die Fruchtfolgegestaltung berücksichtigt phytosanitäre und ökologische Anforderungen, etwa die Reduktion von Bodenbearbeitung zur Kohlenstoffspeicherung. Ackerkulturen nehmen in Mitteleuropa den größten Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein und sind Grundlage der pflanzlichen Erzeugung für Ernährung, Futter und industrielle Verwertung.

