Melktechnik
Melktechnik umfasst alle maschinellen, steuerungs- und regelungstechnischen Einrichtungen zur Gewinnung von Milch aus dem Euter landwirtschaftlicher Nutztiere, insbesondere von Rindern, Schafen und Ziegen. Den funktionellen Kern bildet die Melkeinheit aus Zitzengummi, Zitzengummihülse, Melkbecher und Pulsator, die in einem definierten Wechsel von Saug- und Entlastungsphase (Pulsverhältnis, Pulsfrequenz) Milch fördert, ohne das Zitzengewebe nachhaltig zu schädigen. Ergänzende Komponenten sind Vakuumpumpe, Vakuumregler, Milchabscheider, Milchleitungssystem, Reinigungs- und Desinfektionsanlage sowie Sensoren zur Erfassung von Milchmenge, Leitfähigkeit und Zellzahl.
Nach dem Anlagentyp wird zwischen Eimer-, Rohr- und Melkstandanlagen sowie automatischen Melksystemen (Melkroboter) unterschieden. Automatische Systeme erfassen Tieridentität, Euterviertelposition und Milchfluss und steuern den Melkprozess zyklusbezogen. Rechtlich unterliegen Bau, Betrieb und Reinigung der Melktechnik in Deutschland und Österreich lebensmittelhygienerechtlichen Vorgaben, insbesondere der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 sowie den nationalen Milchhygieneverordnungen; relevante Kenngrößen sind Keimzahl, somatischer Zellgehalt und Hemmstofffreiheit der Anlieferungsmilch.

