Bodensanierung
Bodensanierung bezeichnet im landwirtschaftlichen Kontext die Gesamtheit technischer, biologischer und chemischer Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Verbesserung der Bodenfunktionen auf geschädigten oder kontaminierten Standorten. Auslöser sind anthropogene Einträge wie Schwermetalle, organische Schadstoffe, Altlasten oder Überdüngung, aber auch physikalische Degradierungen wie Verdichtung, Erosion oder Versalzung. Das Ziel besteht in der Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit, der Filter- und Pufferfunktion sowie der Lebensraumfunktion für Bodenorganismen.
Verfahren umfassen die Entfernung und Deponierung belasteten Materials, die In-situ- oder On-site-Behandlung durch Bodenluftabsaugung, mikrobiellen Abbau oder chemische Oxidation, die Zugabe von Bindemitteln wie Kalk oder Tonmineralen sowie phytosanierende Verfahren mittels Metall-hyperakkumulierender Pflanzen. Rechtlich unterliegen Bodensanierungen in Deutschland dem Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV), in Österreich dem Altlastensanierungsgesetz (ALSAG) sowie landesrechtlichen Bodenschutzgesetzen. Fördermaßnahmen im Rahmen des ÖPUL oder der Gemeinsamen Agrarpolitik können flankierend greifen, sofern die Maßnahmen den jeweiligen Richtlinien entsprechen. Die Erfolgskontrolle erfolgt über Bodenanalysen, Eluatuntersuchungen und biologische Indikatoren.
