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Substratkulturen

Substratkulturen bezeichnen in der Landwirtschaft und im Gartenbau Anbauverfahren, bei denen Pflanzen nicht im natürlichen Boden, sondern in einem definierten, meist künstlich zusammengesetzten Wurzelsubstrat kultiviert werden. Als Substrate dienen mineralische Stoffe wie Blähton, Perlit, Vermiculit, Sand oder Kies, organische Materialien wie Torf, Kokosfasern, Holzfasern oder Kompost sowie Mischungen daraus. Die Kultur kann in Containern, Töpfen, Rinnen, Matten oder Beeten mit Folienabdeckung erfolgen. Kennzeichnend ist eine von der Bodenmatrix unabhängige Wasser- und Nährstoffversorgung, die über Bewässerungs- und Düngungssysteme, häufig in geschlossenen Kreisläufen, gesteuert wird.

Abzugrenzen sind Substratkulturen von der Hydrokultur, bei der die Wurzeln unmittelbar in einer Nährlösung stehen, sowie vom konventionellen Feldanbau. Rechtlich unterliegen sie in Deutschland und Österreich den Vorgaben des Düngerechts, des Pflanzenschutzrechts und, bei geschlossenen Systemen, spezifischen Regelungen zur Nährstoffbilanzierung. Einsatzbereiche sind der Zierpflanzen-, Gemüse- und Beerenobstanbau sowie die Jungpflanzenanzucht. Wesentliche Vorteile liegen in der gezielten Steuerung der Wurzelumgebung, der Reduktion von Bodenerkrankheiten und der Möglichkeit des Anbaus auf ertragsschwachen oder nicht ackerfähigen Standorten.

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