Österreichische Imker melden überraschend hohe Honigernte in der laufenden Saison
Die heimische Imkerei blickt auf eine unerwartet erfolgreiche Saison zurück. Trotz wechselhafter Witterungsbedingungen und regionaler Unterschiede verzeichnen viele Bienenzuchtbetriebe in Österreich deutlich höhere Erträge als in den Vorjahren. Die Honigernte fällt heuer offenbar so üppig aus, dass Imker von einer der besten Saisonen der letzten Jahre sprechen. Diese erfreuliche Entwicklung sorgt nicht nur bei den Berufsimkern, sondern auch bei den zahlreichen Hobbyimkern im Land für Zufriedenheit.
Witterungsverlauf begünstigt die Bienenvölker
Der diesjährige Witterungsverlauf hat sich für die Bienenvölker als außergewöhnlich günstig erwiesen. Ein mildes Frühjahr mit ausreichend Niederschlägen sorgte für eine üppige Blütenentwicklung der Obstbäume und Löwenzahnwiesen. Der darauffolgende Sommer mit warmen Temperaturen verlängerte die Trachtperiode erheblich. Diese Bedingungen ermöglichten den Bienen eine kontinuierliche Sammelaktivität über einen ungewöhnlich langen Zeitraum. Besonders die Waldtracht vom Honigtau fiel in vielen Regionen ergiebiger aus als in den vergangenen Jahren.
Herausforderungen trotz guter Ernte
Trotz der erfreulichen Erntemengen bleiben die Herausforderungen für die Imkerschaft bestehen. Der Befall mit der Varroamilbe stellt nach wie vor eine ernste Bedrohung für die Bienenvölker dar. Viele Imker berichten von erhöhten Völkerverlusten im letzten Winter, die durch die gute Sommerentwicklung nur teilweise kompensiert werden konnten. Auch die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und der damit verbundene Verlust an blütenreichen Lebensräumen bereitet der Branche Sorge. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der konventionellen Landwirtschaft wird von Imkern kritisch beobachtet. Gleichzeitig zeigt sich, dass koordinierte Maßnahmen zwischen Landwirten und Imkern zur Schonung der Bienenbestände beitragen können.
Bedeutung der Imkerei für die Landwirtschaft
Die diesjährige Honigernte unterstreicht die zentrale Bedeutung der Imkerei für die gesamte Landwirtschaft. Bienen leisten durch ihre Bestäubungsleistung einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung der Erträge bei Obst, Raps und vielen anderen Kulturen. Der Wert dieser Ökosystemleistung wird auf mehrere hundert Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Die enge Verzahnung zwischen Imkerei und Pflanzenbau zeigt sich auch in der gemeinsamen Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen und der Abstimmung bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Eine funktionierende Imkerschaft ist somit nicht nur für die Honigproduktion von Bedeutung, sondern für die landwirtschaftliche Produktion insgesamt.
Die heurige Saison zeigt, dass sich Engagement und fachgerechte Bienenhaltung auszahlen. Die Imker blicken mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Monate, in denen es gilt, die Völker gut durch den Winter zu bringen. Die Voraussetzungen dafür sind dank der reichlichen Pollen- und Honigvorräte in den Völkern so gut wie lange nicht. Für die Imkerschaft bleibt zu hoffen, dass die günstigen Bedingungen auch in den kommenden Jahren anhalten und die positive Entwicklung der heimischen Bienenzucht fortgesetzt werden kann.
Ursprüngliche Meldung/Quelle: krone.at
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