Permakultur
Permakultur (von lateinisch permanere „fortdauern“ und agricultura „Landwirtschaft“) bezeichnet ein systemisches Planungs- und Bewirtschaftungskonzept für Agrarlflächen, das auf der Analyse natürlicher Ökosysteme beruht. Ziel ist die dauerhafte Sicherung der Produktionsgrundlagen durch angepasste Nutzungsintensität. Die drei ethischen Prinzipien – Sorge für die Erde, Sorge für den Menschen und faire Verteilung der Überschüsse – bilden den übergeordneten Handlungsrahmen. Typische Elemente sind mehrjährige Pflanzgemeinschaften, Agroforststrukturen, Wasserrückhaltung, Mulchwirtschaft sowie geschlossene Nährstoffkreisläufe. Durch Randstrukturen, Kleinstbiotope und Totholz wird die Biodiversität auf der Fläche erhöht.
Aufgrund fehlender legaler Definition besitzt Permakultur im österreichischen und deutschen Agrarrecht keinen eigenen Rechtsstatus. Die Bewirtschaftung unterliegt den allgemeinen Verbindlichkeiten, insbesondere der Düngeverordnung (DüV), der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung und der guten fachlichen Praxis. Im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027 sowie des Österreichischen Programms für ländliche Entwicklung (ÖPUL) können einzelne Teilmaßnahmen wie Agroforst, Heckenpflanzung oder Mulchsaat förderfähig sein, sofern sie definierte Kulissen- und Bewirtschaftungsauflagen erfüllen. Eine gesonderte Förderung des Gesamtsystems Permakultur besteht weder in Deutschland noch in Österreich.

