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Biodynamik

Die Biodynamik bezeichnet eine in den 1920er Jahren von Rudolf Steiner begründete, weltweit praktizierte Form der landwirtschaftlichen Betriebsführung, die sich als eigenständiges, geschlossenes Wirtschaftssystem versteht. Sie basiert auf anthroposophischen Prinzipien, wonach der landwirtschaftliche Betrieb als organismische Einheit von Boden, Pflanze, Tier und Mensch betrachtet wird. Zentrale Elemente sind die Anwendung spezifischer, aus mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Substanzen hergestellter Präparate (z. B. Hornmist- und Hornkieselpräparate) sowie die Ausrichtung der Kulturarbeiten an kosmischen Rhythmen unter Verwendung eines eigenen Aussaatskalenders. Der Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln und leichtlöslichen mineralischen Düngern ist ausgeschlossen.

In der EU und in Österreich ist die biodynamische Wirtschaftsweise durch die Verordnung (EU) 2018/848 als eigene, klar definierte Form des ökologischen Landbaus anerkannt. Sie wird über die Zusatzkennzeichnung der jeweiligen Anbauverbände (z. B. Demeter) zertifiziert und unterliegt strengeren Auflagen als die Basis-Ökoverordnung, etwa hinsichtlich der geschlossenen Hofdüngerwirtschaft. Im Rahmen der österreichischen Agrarumweltprogramme (ÖPUL 2023–2027) sind biodynamisch bewirtschaftete Flächen förderfähig, sofern die Teilnahme am jeweiligen Verbands-Kontrollverfahren nachgewiesen wird. Naturwissenschaftlich werden die postulierten Wirkmechanismen der Präparate kontrovers diskutiert; rechtlich und praktisch handelt es sich um ein zugelassenes, geregeltes Anbausystem.

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