Rebsorten
Rebsorten sind kultivierte Formen der Edlen Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera) sowie interspezifische Kreuzungen (Hybridreben), die sich durch genetisch fixierte Merkmale wie Wuchsverhalten, Blattform, Reifedauer und Traubenstruktur unterscheiden. In Deutschland und Österreich werden Rebsorten nach amtlichen Kriterien geführt; die Sortenzugehörigkeit ist Grundlage für die Kennzeichnung von Qualitätswein sowie für die Bewirtschaftung im Rahmen agrarförderrechtlicher Regelungen (z. B. ÖPUL). Die Sortenwahl erfolgt anhand von Standortfaktoren wie Klima, Boden und Wasserverfügbarkeit sowie der Resistenz gegenüber pilzlichen Pathogenen. Der amtliche Sortenschutz regelt Zulassung, Vermehrung und gewerbliche Nutzung von Neuzüchtungen.
Innerhalb einer Rebsorte existieren klonale Varianten, die durch vegetative Vermehrung selektiert wurden und hinsichtlich Ertrag, Mostgewicht oder Säurestruktur eng definierte Eigenschaften aufweisen. Rebenzüchtung kombiniert klassische Kreuzungszüchtung mit markergestützter Selektion, wobei Schwerpunkt auf Resistenz gegenüber Plasmopara viticola und Erysiphe necator liegt. Der Anbau von Rebsorten wird in den Weinbauregionen durch Gerichtsurteile und Verordnungen zum Herkunftsschutz flankiert; die amtliche Rebflächenstatistik dient der Kontrolle und Dokumentation. Maßgeblich ist in beiden Ländern die jeweils gültige Sortenliste sowie die gemeinsame europäische Klassifikation der Keltertrauben.

