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Autochthon

Der Begriff autochthon (von griechisch autós „selbst“ und chthōn „Erde“, also „aus eigenem Land stammend“) bezeichnet in der Landwirtschaft biologisches Material, das in einem bestimmten geografischen Gebiet auf natürliche Weise entstanden und dort über einen langen Zeitraum ohne gezielte Einführung von außen vorhanden oder genutzt worden ist. In der Tierzucht gelten als autochthone Rassen solche, die über Generationen an die regionalen Haltungsbedingungen angepasst wurden, beispielsweise das Deutsche Rote Höhenvieh oder das Österreichische Rote Höhenvieh. Bei Kulturpflanzen spricht man von autochthonen Sorten, wenn diese durch traditionelle Anbaupraxis in einer Region selektiert wurden; im Weinbau zählen hierzu Rebsorten wie der Grüne Veltliner in Österreich. In der Boden- und Mikrobiologie werden als autochthon jene Mikroorganismen bezeichnet, die natürlicherweise in einem bestimmten Habitat vorkommen und nicht durch landwirtschaftliche Maßnahmen eingebracht wurden.

Die Erhaltung autochthoner genetischer Ressourcen ist ein anerkanntes Ziel der Agrobiodiversität und wird in Deutschland und Österreich durch Maßnahmen der Zuchtorganisationen sowie durch öffentliche Förderprogramme zur genetischen Vielfalt unterstützt. Die Abgrenzung erfolgt dabei rechtlich und fachlich über Herkunftsnachweise sowie über eine kontinuierliche Dokumentation der Bestände, ohne dass eine wirtschaftliche Bewertung oder ein Vergleich mit nicht-autochthonen Herkünften vorgenommen wird.

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