Bodenerosion
Bodenerosion bezeichnet den Abtrag von Bodenmaterial durch Wasser oder Wind. Dieser Prozess kann natürlichen Ursprungs sein, wird jedoch durch landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere bei fehlender oder unzureichender Bodenbedeckung, signifikant beschleunigt. Man unterscheidet zwischen Wassererosion (Oberflächenabfluss, Rillen-, Graben- und Flächenerosion) und Winderosion (Deflation). Die Erosivität des Niederschlags sowie die Bodenerodibilität, welche von Textur, Humusgehalt und Aggregatstabilität abhängt, sind zentrale Einflussfaktoren.
Die Folgen von Bodenerosion umfassen den Verlust des kulturfähigen Oberbodens, eine Verminderung der Bodenfruchtbarkeit sowie die Verschleppung von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln in angrenzende Ökosysteme und Gewässer. In der landwirtschaftlichen Praxis werden erosionsmindernde Maßnahmen angewendet, darunter konservierende Bodenbearbeitung, Mulch- und Direktsaat, die Anlage von Erosionsschutzstreifen sowie Terrassierung. Rechtliche Vorgaben zur Vorsorge gegen Bodenerosion sind unter anderem im österreichischen ÖPUL (Umweltprogramm) und in der deutschen Düngeverordnung verankert; zudem definiert die gute fachliche Praxis verbindliche Standards zur Vermeidung von Abtrag. Die Erosionsgefährdung wird durch die überarbeitete Allgemeine Bodenabtragsgleichung (ABAG) modelliert, deren aktuelle Parametrisierung auf dem Stand von 2026 präzisere regionale Risikokarten ermöglicht.
