Retentionsflächen

Retentionsflächen sind landwirtschaftlich genutzte Flächen, die temporär zur Aufnahme von Hochwasser oder Starkregenereignissen vorgesehen sind. Sie dienen der Rückhaltung von Wasser, um Hochwasserspitzen zu kappen, die Grundwasserneubildung zu fördern und Erosionsschäden zu verringern. In Deutschland sind sie rechtlich durch das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) in Österreich durch das Wasserrechtsgesetz (WRG 1959) geregelt. Die Nutzung unterliegt Auflagen: Während der Retention dürfen keine Düngemittel oder Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden; die Bewirtschaftung erfolgt meist als extensives Grünland oder Ackerland mit angepassten Kulturen. Förderungen sind über Agrarumweltprogramme wie ÖPUL in Österreich und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in Deutschland möglich.

Die Ausweisung obliegt den Wasserbehörden auf Basis von Überschwemmungsgebieten oder Risikozonen. Landwirte erhalten Ausgleichszahlungen für Nutzungseinschränkungen und Schäden. Nach einem Ereignis ist die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Nutzbarkeit erforderlich. Retentionsflächen sind ein integraler Bestandteil des präventiven Hochwasserschutzes und der wassersensiblen Landbewirtschaftung, wobei die rechtssichere Definition die temporäre Überflutung und die anschließende Regeneration einschließt.