Kennzahlen nutzen, Zukunft sichern – Arbeitskreisauswertungen Milch als Impulsgeber für betriebliche Entscheidungen
Die Teilkostenauswertung – auch Betriebszweigauswertung genannt – ist zentrales Instrument des Arbeitskreises Milch.
Ing. Andreas Haunschmied, BEd. Darauf aufbauend bietet die Vollkostenauswertung als freiwilliges Tool noch umfangreichere Auswertungsmöglichkeiten und Erkenntnisse zur alltäglichen Tätigkeit der Milchviehbetriebe.
Was ist der Arbeitskreis Milch? Arbeitskreise sind Gruppen von 15 bis 20 Landwirtinnen und Landwirten, die ihr Können und Wissen in der Milchproduktion vertiefen, erweitern und austauschen. Sie verfolgen das Ziel, wirtschaftlich erfolgreich Milch zu produzieren. Die Betriebszweigauswertung (BZA) und die Kennzahlenvergleiche mit anderen Betrieben stellen einen Schwerpunkt der Arbeitskreise dar. Stärken und Potenziale können so rasch erkannt und Maßnahmen zur Optimierung der Produktion und zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit gezielt umgesetzt werden.
Teilkostenauswertung 2025 und ihre Bestandteile Die direktkostenfreie Leistung, definiert als Differenz zwischen Direktleistungen und Direktkosten, stellt die zentrale Kennzahl der Teilkostenauswertung beziehungsweise der Betriebszweigauswertung im Arbeitskreis Milch dar.
Die Direktleistungen umfassen die Erlöse aus der Milchproduktion (verkaufte Milch, Futtermilch sowie Milch für den Eigenverbrauch und die Direktvermarktung), die Kälberüberstellung ab dem dritten Lebenstag, den Kuhverkauf, die Bestandsveränderung, den Wert der anfallenden Wirtschaftsdünger sowie sonstige Leistungen. Mit einem Anteil von rund 84 Prozent an den gesamten Direktleistungen blieben die Leistungen Milch gegenüber dem Vorjahr auf einem konstant hohen Niveau und stellen weiterhin die bedeutendste Erlösquelle dar. Darüber hinaus konnte beim Kuhverkauf eine positive Entwicklung verzeichnet werden.
Die Direktkosten setzen sich aus den Aufwendungen für Kraft- und Mineralfutter, Bestandesergänzung, Grundfutter, Tiergesundheit, Besamung, Einstreu sowie den sonstigen Direktkosten zusammen. Gegenüber dem Jahr 2024 stiegen insbesondere die Kosten für Kraft- und Mineralfutter, was vor allem auf das höhere Preisniveau zurückzuführen ist. Die Aufwendungen für Bestandesergänzung und Kraftfutter stellen zusammen rund 60 Prozent der gesamten Direktkosten dar und bilden damit die größten Kostenblöcke. Innerhalb der sonstigen Direktkosten entfallen etwa 50 Prozent auf Maßnahmen der Milchhygiene sowie auf den Service der Melkanlage.
Vollkostenauswertung erweitert den Blick auf die Milchproduktion Die Vollkostenauswertung ergänzt die Teilkostenauswertung um Gemeinleistungen sowie Vorleistungs- und Faktorkosten und ermöglicht damit eine umfassende Beurteilung der Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Sie richtet sich an Arbeitskreis-Betriebe, die ihre gesamte Kostenstruktur analysieren und ihre betriebliche Entwicklung strategisch ausrichten möchten. Da überwiegend wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe teilnehmen, sind die Ergebnisse nicht auf alle österreichischen Milchviehbetriebe übertragbar. Die Auswertung zeigt, dass konventionell wirtschaftende Betriebe, welche an der Auswertung teilnehmen, im Durchschnitt größere Herden halten und höhere Produktionsmengen erzielen als biologisch wirtschaftende Betriebe. Dieser größere Produktionsumfang führt dazu, dass sich fixe Kosten auf mehr produzierte Milch verteilen und dadurch Kostenvorteile entstehen. Biologisch wirtschaftende Betriebe erzielen hingegen höhere Leistungen je Kilogramm Milch. Ausschlaggebend dafür sind vor allem höhere Milcherlöse sowie höhere Gemeinleistungen, etwa durch Förderungen und standortbedingte Ausgleichszahlungen. Gleichzeitig fallen ihre Gesamtkosten je Kilogramm Milch höher aus. Besonders bei den Vorleistungs- und Faktorkosten wirkt sich der geringere Produktionsumfang nachteilig aus, da Maschinen, Gebäude und Arbeitsaufwand auf eine geringere Milchmenge verteilt werden.
Insgesamt konnten die teilnehmenden Betriebe im Auswertungsjahr aufgrund der günstigen Markt- und Preisentwicklung ein positives Betriebsergebnis erzielen. Angesichts der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gewinnt die Vollkostenauswertung jedoch weiter an Bedeutung. Sie schafft Transparenz über die gesamte Kostenstruktur und unterstützt Betriebe dabei, Investitionen und betriebliche Entwicklungen auf einer fundierten wirtschaftlichen Grundlage zu planen.
Interesse an der Teilnahme am Arbeitskreis Milch Die Teilnahme am Arbeitskreis Milch bietet die Möglichkeit, den eigenen Betrieb anhand fundierter Kennzahlen objektiv zu bewerten und mit anderen Betrieben zu vergleichen. Der fachliche Austausch, die gemeinsame Analyse der Ergebnisse und die Ableitung gezielter Verbesserungsmaßnahmen unterstützen eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Betriebsentwicklung.
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ARBEITSKREIS MILCHPRODUKTION
