Wasserhaushalt
Der Wasserhaushalt eines landwirtschaftlichen Standorts beschreibt die zeitliche und räumliche Bilanz aller Wasserzuflüsse, -abflüsse und -speichervorgänge in der belebten Bodenzone. Er umfasst die Komponenten Niederschlag, Infiltration, Perkolation, kapillarer Aufstieg, Evaporation und Transpiration der Kulturpflanzen. Die pflanzenverfügbare Feldkapazität des Bodens, abhängig von Textur, Lagerungsdichte und Humusgehalt, bestimmt maßgeblich die nutzbare Wassermenge für das Pflanzenwachstum. Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist Voraussetzung für stabile Erträge und die Vermeidung von Erosion sowie Nährstoffausträgen. In Österreich und Deutschland wird der Wasserhaushalt durch die Düngeverordnung (DüV) indirekt reguliert, da die Stickstoffdüngung an die standortspezifische Wasserversorgung und die pflanzliche Aufnahme gekoppelt ist. Die Berechnung der klimatischen Wasserbilanz nach der Methode von Haude oder Penman-Monteith dient der Ermittlung des Beregnungsbedarfs. Moderne Verfahren der Präzisionslandwirtschaft, wie die teilflächenspezifische Bewässerung auf Basis von Bodenfeuchtesensoren, zielen auf eine effizientere Nutzung der Ressource Wasser ab. Die langfristige Sicherung des Wasserhaushalts erfordert Maßnahmen zur Erhöhung der organischen Bodensubstanz und zur Verbesserung der Bodenstruktur.

