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Niederschlagsdefizit

Ein Niederschlagsdefizit bezeichnet in der Agrarmeteorologie und Pflanzenproduktion die negative Differenz zwischen der tatsächlich gefallenen Niederschlagsmenge und einem langjährigen Mittelwert oder einem pflanzenphysiologisch erforderlichen Sollwert für einen definierten Zeitraum. Es wird in Millimetern (mm) oder Litern pro Quadratmeter (l/m²) quantifiziert. Die Ermittlung erfolgt auf Basis von Daten amtlicher Wetterdienste oder eigener Niederschlagsmessstationen, wobei für die landwirtschaftliche Praxis die klimatische Wasserbilanz, also die Differenz aus Niederschlag und potenzieller Evapotranspiration, von zentraler Bedeutung ist. Ein anhaltendes Niederschlagsdefizit führt zu einem abnehmenden pflanzenverfügbaren Bodenwasservorrat, was als pflanzliches Trockenstress bezeichnet wird. Die Bewertung eines Defizits ist stets standort- und kulturartspezifisch, da der Wasserbedarf von Faktoren wie Entwicklungsstadium, Bodentextur und Durchwurzelungstiefe abhängt. In der Düngeverordnung und im ÖPUL 2023 (Österreichisches Programm für umweltgerechte Landwirtschaft) wird das Niederschlagsdefizit als Kriterium für die Berechnung des standortangepassten Stickstoffdüngebedarfs sowie für die Genehmigung von Beregnungsmaßnahmen herangezogen. Die rechtliche Definition orientiert sich an den Vorgaben der guten fachlichen Praxis und dient der objektiven Risikobewertung für Ertragseinbußen.