Schädlingsdruck
Der Schädlingsdruck bezeichnet in der Agrarwissenschaft die quantitative und qualitative Einwirkung von Schadorganismen – wie Insekten, Pilzen, Bakterien, Viren oder Unkräutern – auf einen Kulturpflanzenbestand. Er wird als Maß für die potenzielle oder tatsächliche Gefährdung des Ertrags und der Qualität des Ernteguts definiert. Die Höhe des Schädlingsdrucks ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Populationsdichte des Schaderregers, dessen Virulenz, der Anfälligkeit der Kulturpflanze sowie den abiotischen Umweltbedingungen wie Temperatur und Niederschlag. In der integrierten Pflanzenproduktion dient die Ermittlung des Schädlingsdrucks als Grundlage für die Entscheidung, ob und in welchem Umfang direkte Bekämpfungsmaßnahmen, etwa der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, erforderlich sind. Hierzu werden Schwellenwerte definiert, bei deren Überschreitung ein wirtschaftlicher Schaden zu erwarten ist. Die Prognose des Schädlingsdrucks erfolgt mittels Monitorings, Bonituren und computergestützten Modellen. Ein hoher Schädlingsdruck kann durch ackerbauliche Maßnahmen wie Fruchtfolge, Sortenwahl und Bodenbearbeitung beeinflusst werden, unterliegt jedoch auch natürlichen Regulationsmechanismen durch Nützlinge.

