Rinderbörse
Die Rinderbörse ist eine institutionalisierte, periodisch stattfindende Veranstaltung des Viehhandels, auf der Angebot und Nachfrage nach Schlacht- und Zuchtrindern zusammengeführt werden. Im Gegensatz zur rein privaten Direktvermarktung oder zum Schlachthofankauf handelt es sich um einen organisierten Marktplatz, der in der Regel von anerkannten Viehhandelsorganisationen, Erzeugergemeinschaften oder landwirtschaftlichen Marktgesellschaften betrieben wird. Die Börse dient der Preisfindung, der Qualitätsbewertung und der Erfüllung gesetzlicher Dokumentationspflichten, insbesondere der Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht gemäß der Viehverkehrsverordnung (VVVO) in Deutschland bzw. der entsprechenden österreichischen Regelungen (Tierkennzeichnungs- und Registrierungsverordnung).
Der Handel erfolgt nach festgelegten Auktions- oder Festpreisverfahren, wobei die Tiere einer amtlichen oder amtlich anerkannten klinischen Untersuchung unterzogen werden. Die Teilnahme setzt die Einhaltung tierseuchenrechtlicher Bedingungen, wie die gültige Impf- und Untersuchungsdokumentation, voraus. Rinderbörsen haben in der landwirtschaftlichen Praxis eine regionale Bedeutung für die Markttransparenz und die Absatzsicherung, unterliegen jedoch einem rückläufigen Trend, da zunehmend digitale Handelsplattformen und direkte Lieferverträge zwischen Erzeuger und Verarbeiter an Bedeutung gewinnen. Die Preisfindung an der Börse orientiert sich an der Handelsklasse (EUROP-Klassifizierung), dem Lebendgewicht und der Fleischigkeit der Tiere.

