Präzisionsdüngung
Die Präzisionsdüngung bezeichnet ein teilflächenspezifisches, bedarfsorientiertes Ausbringungsverfahren von Düngemitteln, das auf Basis digitaler Standortkarten, Ertragspotenzialanalysen oder Echtzeitsensoren (z. B. N-Sensoren) die Nährstoffzufuhr exakt an den aktuellen Pflanzenbestand und die Bodenheterogenität anpasst. Ziel ist die Optimierung der Nährstoffeffizienz unter Einhaltung der rechtlichen Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) sowie der ÖPUL-Maßnahmen in Österreich. Die technische Umsetzung erfolgt mittels GPS-gesteuerter Applikationstechnik, die eine variable Ausbringungsmenge innerhalb eines Schlages ermöglicht. Dies reduziert Überdüngung und Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächengewässer. Die Präzisionsdüngung ist kein eigenständiges Düngeverfahren, sondern eine Steuerungsmethode, die auf pflanzenbaulichen, bodenkundlichen und agrartechnischen Daten beruht. Sie unterliegt der Dokumentationspflicht und muss im Rahmen des betrieblichen Nährstoffvergleichs nachvollziehbar sein. Die Wirtschaftlichkeit hängt von der Betriebsgröße, der technischen Ausstattung und der Datenverfügbarkeit ab.

