MFR
Die Abkürzung MFR steht im agrartechnischen und pflanzenbaulichen Kontext für „Mineral Fertilizer Replacement“ (deutsch: mineralischer Düngerersatz). Der Begriff bezeichnet den anteiligen Ersatz synthetischer Mineraldünger durch organische oder organisch-mineralische Düngemittel, wie Wirtschaftsdünger, Komposte, Gärreste aus Biogasanlagen oder aufbereitete Nährstoffkonzentrate. Die Kennzahl wird in der Düngeplanung und Nährstoffbilanzierung verwendet, um den Grad der Substitution von mineralischem Stickstoff, Phosphor und Kalium durch betriebseigene oder externe organische Quellen zu quantifizieren. Rechtlich relevant ist der MFR insbesondere im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) in Deutschland sowie der österreichischen Aktionsprogramme Nitrat und der ÖPUL-Maßnahmen zur grundwasserschonenden Bewirtschaftung, die Obergrenzen für die Ausbringung organischer Düngemittel und die Anrechnung verfügbarer Nährstoffe vorgeben.
Die Berechnung des MFR erfolgt auf Basis der zugeführten Gesamtnährstoffmengen und der pflanzenverfügbaren Anteile, wobei bodenkundliche, klimatische und kulturartspezifische Faktoren berücksichtigt werden. Ein hoher MFR-Wert setzt eine präzise Nährstoffbilanzierung sowie ausreichende Lagerkapazitäten und Ausbringungstechnik voraus. Die Kennzahl dient der Dokumentation von Nährstoffströmen, der Reduktion von Mineraldüngerabhängigkeiten und der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zum Gewässer- und Klimaschutz. Eine pauschale Bewertung des MFR ist fachlich nicht zulässig, da die Wirkung organischer Dünger von deren Rottegrad, C/N-Verhältnis und Ausbringungszeitpunkt abhängt.


