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Lastprofil

Das Lastprofil bezeichnet in der Agrartechnik und landwirtschaftlichen Verfahrenstechnik den zeitlichen Verlauf der von einer Maschine, einer Anlage oder einem gesamten Betriebsstandort aufgenommenen elektrischen Wirkleistung. Es wird üblicherweise als Ganglinie mit einer Auflösung von einer Viertelstunde oder einer Stunde dargestellt und quantifiziert den Leistungsbedarf in Kilowatt (kW) über einen definierten Zeitraum, häufig ein Kalenderjahr. Im Kontext der zunehmenden Elektrifizierung landwirtschaftlicher Prozesse, etwa durch Elektroantriebe in Traktoren oder den Betrieb von Hof- und Trocknungsanlagen, dient das Lastprofil als Grundlage für die Dimensionierung von Stromanschlüssen, die Auslegung von Eigenerzeugungsanlagen wie Photovoltaik oder Biogas-BHKW sowie für die Planung von Batteriespeichern.

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Rechtlich und regulatorisch ist das Lastprofil im Jahr 2026 in Deutschland und Österreich relevant für die Netznutzung und die Abrechnung von Stromlieferverträgen. Standardlastprofile (SLP) für Haushalte und Gewerbe werden durch die Verteilnetzbetreiber definiert, während für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Jahresverbrauch über 100.000 kWh zunehmend die Pflicht zur registrierenden Leistungsmessung (RLM) besteht, wodurch ein tatsächliches, individuelles Lastprofil erfasst wird. Die Kenntnis des eigenen Lastprofils ist zudem eine Voraussetzung für die Beantragung von Netzentgelten mit reduzierten Leistungspreisen oder für die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten. Eine präzise Erfassung ermöglicht die Identifikation von Lastspitzen, die durch eine optimierte Prozesssteuerung, etwa das zeitversetzte Schalten von Futtermischwagen oder Melkrobotern, geglättet werden können, was zu einer Reduktion der Leistungskosten führt.

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