Kraut- und Knollenfäule
Die Kraut- und Knollenfäule ist eine durch den Oomyceten Phytophthora infestans verursachte, wirtschaftlich bedeutende Pflanzenkrankheit, die vorwiegend Kartoffeln und Tomaten befällt. Der Erreger benötigt für eine Infektion Blattnässe und Temperaturen zwischen 10 und 25 Grad Celsius. Primäre Infektionsquellen sind befallene Pflanzkartoffeln oder aus diesen hervorgegangene Durchwuchskartoffeln. Die Krankheit äußert sich zunächst durch bräunlich-schwarze, wasserdurchtränkte Läsionen auf den Blättern, die bei hoher Luftfeuchtigkeit von einem weißen Sporenrasen umgeben sind. Von den Blättern aus werden die Sporen durch Regenwasser in den Boden gewaschen, wo sie die Knollen infizieren. An den Knollen zeigen sich eingesunkene, graubraune bis violette Flecken, unter denen das Gewebe eine bräunliche, schwammartige Fäulnis aufweist. Die Bekämpfung erfolgt im integrierten Pflanzenschutz durch eine Kombination aus ackerbaulichen Maßnahmen, wie der Verwendung zertifizierten, gesunden Pflanzguts und der Anlage von Randstreifen, sowie dem Einsatz zugelassener Fungizide. Prognosemodelle, die auf Wetterdaten basieren, unterstützen die Terminierung von Behandlungen. Die rechtlichen Grundlagen für den Pflanzenschutzmitteleinsatz sind in Österreich durch das Pflanzenschutzmittelgesetz und in Deutschland durch das Pflanzenschutzgesetz in der jeweils gültigen Fassung von 2026 geregelt.

