Körnerleguminosen
Körnerleguminosen sind landwirtschaftliche Kulturpflanzen aus der Familie der Fabaceae, die zur Gewinnung von proteinreichen Samen (Körnern) angebaut werden. Zu den wichtigsten Arten zählen Ackerbohne (Vicia faba), Erbse (Pisum sativum), Lupine (Lupinus spp.) und Sojabohne (Glycine max). Die Körner zeichnen sich durch einen Rohproteingehalt von 20 bis 40 Prozent der Trockenmasse aus und dienen vorrangig als Futtermittel in der Nutztierhaltung, insbesondere in der Schweine- und Geflügelfütterung, sowie in geringerem Umfang der Humanernährung.
Aus agronomischer Sicht sind Körnerleguminosen aufgrund ihrer Fähigkeit zur symbiotischen Stickstofffixierung mit Rhizobien von Bedeutung. Sie reduzieren den Bedarf an mineralischem Stickstoffdünger und tragen zur Diversifizierung von Fruchtfolgen bei. Im Kontext der Düngeverordnung (DüV) und des ÖPUL-Programms in Österreich und Deutschland werden sie als förderfähige Kulturen zur Verbesserung der Stickstoffbilanz und zur Steigerung der Biodiversität anerkannt. Der Anbau unterliegt spezifischen pflanzenbaulichen Anforderungen, wie einer angepassten Sortenwahl, Beikrautregulierung und dem Management von Schaderregern wie dem Erbsenwickler oder der Ackerbohnenblattlaus. Die Ernte erfolgt bei Abreife der Körner mit einem Feuchtegehalt von etwa 14 bis 16 Prozent.

