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Importabhängigkeit

Die Importabhängigkeit bezeichnet in der Agrarökonomie den Anteil des inländischen Verbrauchs eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses, der durch Einfuhren aus dem Ausland gedeckt wird. Sie wird als Quotient aus dem Nettoimportvolumen und dem gesamten Inlandsverbrauch (Produktion plus Importe minus Exporte) in Prozent ausgedrückt. Ein hoher Wert signalisiert eine strukturelle Abhängigkeit von externen Märkten, die durch Faktoren wie unzureichende heimische Produktionskapazitäten, saisonale Ernteausfälle oder spezifische Standortnachteile bedingt sein kann. In Österreich und Deutschland ist die Importabhängigkeit insbesondere bei pflanzlichen Proteinträgern (Soja, Raps) sowie bei Obst und Gemüse außerhalb der Saison relevant. Die Bewertung erfolgt auf Basis von Handelsstatistiken der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und der Statistik Austria. Eine hohe Importabhängigkeit kann zu erhöhter Preisvolatilität und Versorgungsrisiken führen, unterliegt jedoch keinen rechtlichen Schwellenwerten, sondern wird im Rahmen der agrarpolitischen Berichterstattung als Indikator für die Resilienz des Ernährungssystems analysiert.