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Getreidepreise

Getreidepreise bezeichnen die auf organisierten Warenterminbörsen (z. B. Euronext/Matif in Paris) sowie auf regionalen Kassamärkten gebildeten Notierungen für handelsübliche Getreidepartien (insbesondere Weizen, Gerste, Roggen, Mais). Sie werden in Euro je Tonne (€/t) bei standardisierten Qualitäten (z. B. Futterweizen, Brotweizen mit definiertem Hektolitergewicht und Feuchtigkeitsgehalt) quotiert. Die Preisbildung erfolgt primär durch Angebot und Nachfrage unter Berücksichtigung von Ernteprognosen, Lagerbeständen, Frachtkosten sowie derivativen Finanzinstrumenten (Terminkontrakte, Optionen).

In Österreich und Deutschland sind Getreidepreise maßgeblich für die Wirtschaftlichkeit des Ackerbaus. Sie unterliegen der EU-Agrarmarktordnung und werden nicht administriert, sondern frei gebildet. Landwirte können sich über Erzeugerorganisationen oder Direktvermarktung absichern; zudem dienen staatliche Interventionspreise als Auffangnetz bei extremen Preisverfällen. Die Preise variieren regional und saisonal, beeinflusst durch Witterungsereignisse, Energie- und Düngemittelkosten sowie globale Handelsströme. Für die betriebliche Planung sind langfristige Durchschnittswerte und Terminmarktnotierungen relevanter als kurzfristige Kassakurse.

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