Flächendruck

Der Flächendruck bezeichnet in der Landwirtschaft die auf eine definierte Bodenfläche einwirkende Kraft, in der Regel gemessen als Quotient aus Last und Kontaktfläche (N/m², kPa). Er ist eine zentrale Kenngröße für die mechanische Belastung des Bodens durch landwirtschaftliche Maschinen, Geräte und Tiere. Ein hoher Flächendruck führt zu Bodengefügeschäden, insbesondere zu Verdichtungen im Unterboden, die die Durchwurzelung, den Wasser- und Lufthaushalt sowie das Bodenleben beeinträchtigen. Zur Reduzierung werden unter anderem Reifendruckregelanlagen, Breitreifen und angepasste Fahrgeschwindigkeiten eingesetzt. Die bodenphysikalische Bewertung erfolgt anhand von Druckausbreitungskurven unter Berücksichtigung der Bodenfeuchte und der Vorbelastung.

Im agrarrechtlichen und fördertechnischen Kontext wird der Begriff als flächenbezogene Kenngröße für die Intensität der Tierhaltung oder des Nährstoffanfalls verwendet. Er beschreibt das Verhältnis von Großvieheinheiten beziehungsweise Stickstoffanfall zur landwirtschaftlichen Nutzfläche (GV/ha, kg N/ha). Diese Kennzahl ist in Österreich im Bereich der ÖPUL-Maßnahmen und in Deutschland in der Düngeverordnung sowie der Tierhaltungs-Verordnung als Bemessungsgrundlage relevant. Für die Einhaltung der Vorgaben sind Nährstoffbilanzen und Flächennachweise zu führen. Eine Überschreitung vorgegebener Schwellenwerte kann förderrechtliche Sanktionen oder die Begrenzung der Düngung beziehungsweise der Tierbestände zur Folge haben.