Eschentriebsterben
Das Eschentriebsterben ist eine durch den Schlauchpilz Hymenoscyphus fraxineus (teleomorphe Form, anamorphe Form: Chalara fraxinea) verursachte, hochgradig invasive Baumkrankheit, die in Europa zu massiven Schäden an der Gemeinen Esche (Fraxinus excelsior) führt. Der Erreger, der ursprünglich aus Ostasien eingeschleppt wurde, befällt überwiegend Blätter und Triebe. Die Infektion erfolgt im Sommer über Sporen, die auf den Blattspreiten keimen und in die Leitgewebe einwachsen. Charakteristische Symptome sind welke, braun verfärbte Blätter, absterbende Triebe und Kambiumnekrosen an Ästen und Stämmen, die zu Rindeneinrissen und Sekundärinfektionen führen.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Kronenverlichtung und einem Absterben des gesamten Baumes, wobei die Mortalitätsrate in befallenen Beständen sehr hoch ist. Die Krankheit befällt Eschen aller Altersklassen, wobei junge Bäume besonders anfällig sind. Im Forst- und Agrarbereich führt das Eschentriebsterben zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten durch verminderte Holzqualität, erhöhte Verkehrssicherungspflichten entlang von Straßen und Wegen sowie zu einem Verlust der ökologischen Funktionen der Esche in Mischwäldern und als Ufergehölz. Bekämpfungsmaßnahmen beschränken sich auf die Förderung genetisch resistenter Einzelbäume, die Entnahme stark befallener Individuen zur Reduktion des Inokulumpotenzials sowie die Umstellung auf andere Baumarten in der Wiederbewaldung.

