Bodengesundheit
Bodengesundheit bezeichnet die dauerhafte Fähigkeit eines Bodens, als lebendes System seine ökologischen und produktiven Funktionen zu erfüllen. Dazu zählen die Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen und Wasser, die Filter- und Pufferwirkung gegenüber Schadstoffen, die Speicherung von organischem Kohlenstoff sowie die Funktion als Lebensraum für Bodenorganismen. Der Begriff reicht über die klassische, stärker chemisch ausgerichtete Bodenfruchtbarkeit hinaus und bezieht die biologische Aktivität des Bodens ausdrücklich mit ein.
Zur Beurteilung werden physikalische, chemische und biologische Kenngrößen herangezogen, etwa Aggregatstabilität, Lagerungsdichte, Infiltrationsrate, pH-Wert, Humusgehalt, mikrobielle Biomasse und Regenwurmbesatz. Einen allgemein verbindlichen Einzelwert gibt es nicht, da die Interpretation von Bodentyp, Klima und Nutzung abhängt. Beeinflusst wird die Bodengesundheit unter anderem durch Fruchtfolgegestaltung, Zwischenfruchtanbau, Intensität der Bodenbearbeitung, Befahrung bei nassen Bedingungen, organische Düngung und Kalkung. In Österreich sind Maßnahmen wie Begrünung und Erosionsschutz Bestandteil des Agrarumweltprogramms ÖPUL. Bodenschutzbestimmungen sind teilweise landesrechtlich geregelt und daher je nach Bundesland verschieden.


