Bestandsmanagement

Das Bestandsmanagement bezeichnet in der landwirtschaftlichen Produktion die Gesamtheit aller planerischen, steuernden und kontrollierenden Maßnahmen zur Führung eines Tierbestandes oder Pflanzenbestandes über einen definierten Zeitraum. Im Bereich der Nutztierhaltung umfasst es die zyklische Steuerung von Reproduktion, Aufzucht, Mastleistung und Abgangsraten unter Berücksichtigung der betrieblichen Kapazitäten und gesetzlichen Vorgaben, insbesondere der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung und der österreichischen Tiergesundheitsdienste-Verordnung. Im Pflanzenbau bezieht sich der Begriff auf die dynamische Anpassung von Kulturführung, Düngung und Pflanzenschutz an den phänologischen Entwicklungsstand des Bestandes, gestützt auf Bonituren und Sensordaten. Die rechtliche Grundlage bilden die Vorgaben der Düngeverordnung (DüV) und des österreichischen Aktionsprogramms Nitrat. Ziel des Bestandsmanagements ist die Optimierung der Ressourceneffizienz bei gleichzeitiger Einhaltung der Cross-Compliance-Standards und der guten fachlichen Praxis. Es stellt eine betriebswirtschaftliche Querschnittsaufgabe dar, die Daten aus Herden- oder Schlagkarteien mit ökonomischen Kennzahlen verknüpft.