Besenderung
Die Besenderung bezeichnet in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung die apparative Ausstattung von Einzeltieren mit einem Sender zur Erfassung und Übertragung von Standort- und Vitaldaten. Dieses Verfahren dient primär der wissenschaftlichen Verhaltensforschung, der Optimierung des Herdenmanagements sowie der Erfüllung dokumentationspflichtiger Auflagen im Rahmen des österreichischen Agrarumweltprogramms ÖPUL 2023 oder der deutschen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2023. Die technische Umsetzung erfolgt mittels GPS-basierter Halsband- oder Ohrmarkensender, die in definierten Intervallen Positionsdaten an eine zentrale Datenbank übermitteln. Die gewonnenen Daten ermöglichen eine objektive Analyse von Weidegang, Bewegungsmustern und Sozialverhalten der Tiere. Rechtlich ist die Besenderung im Sinne des Tierschutzgesetzes als Eingriff am Tier zu werten; sie bedarf einer tierversuchsrechtlichen Genehmigung, sofern sie nicht ausschließlich der betrieblichen Eigenkontrolle dient. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) findet Anwendung, sofern die Daten einer natürlichen Person zugeordnet werden können. Die Methode unterliegt der ständigen technischen Weiterentwicklung hinsichtlich Miniaturisierung und Energieeffizienz der Sender.

