Befallsdruck
Der Befallsdruck bezeichnet in der Phytomedizin und im Pflanzenschutz die quantitative Ausprägung einer Schaderregerpopulation (Pathogene, Schadinsekten, Unkräuter) in einem Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt, bezogen auf eine definierte Flächen- oder Pflanzeneinheit. Er wird als epidemiologische Kenngröße über die Befallshäufigkeit (Inzidenz) und die Befallsstärke (Severity) quantifiziert und dient als zentrale Entscheidungsgrundlage für die Notwendigkeit und Terminierung von Pflanzenschutzmaßnahmen.
Die Erfassung erfolgt im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes gemäß der EU-Richtlinie 2009/128/EG sowie der österreichischen und deutschen Pflanzenschutzmittelverordnung. Schwellenwerte, wie sie etwa von den amtlichen Pflanzenschutzdiensten publiziert werden, definieren den ökonomischen Schadensschwelle. Erst bei Überschreiten dieser Schwellenwerte ist eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln fachlich indiziert. Der Befallsdruck wird maßgeblich durch Witterungsverläufe, Fruchtfolgegestaltung, Sortenanfälligkeit und regionale Vorkommen von Wirtspflanzen beeinflusst. Eine kontinuierliche Bonitur im Feld ist daher Voraussetzung für eine sachgerechte, ressourcenschonende und rechtlich konforme Applikationsentscheidung.

